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Es war einmal ein Wald in Dikanäs, in Schweden

Schon sehr bald wird es das 3557ha große Waldgebiet in Dikanäs, in der Kommune Vilhelmina (Schweden), nicht mehr geben.

Die schwedische Forstverwaltung (Skogsstyrelsen) hat schon einmal den Bau einer Forststraße in diesem Gebiet bewilligt.Das Bauvorhaben ist schon umgesetzt worden.

Dies ist ein erster Schritt und man kann davon ausgehen, dass es zu einer Abholzung kommen wird.

Es handelt sich um einzigartigen, alten Hochgebirgswald. Er zeichnet sich durch seine hohe biologische Vielfalt aus.

Der Verein Skydda Skogen, (Schützt den Wald) führte im Sommer und Herbst 2017 in einem 35 Kvadratkilometer großen Gebirgswald im nördlichen Teil der Kommune Vilhelmina  eine Waldinventur durch. Man fand 3243 Arten, die auf der Roten Liste vermerkt sind. In der direkten Umgebung der neu angelegten Forststraßw fand man 32 aufgelistete Arten.

Der Bericht "Forestry at the edge"  weist darauf hin, dass der Kampf um die letzten Urwaldgebiete, welche Holz und hohe Naturwerte beheimaten, immer härter wird. Die rentablen Abholzungsmöglichkeiten in leichter zugänglichen Gebieten wie an der Küste oder im Inland werden immer weniger.  Die Holzindustrie hat nun ein Auge auf die Waldgebiete in den höheren Landschaftsregionen geworfen und erhöht den Druck auf die Forstverwaltung, die nun Genehmigungen erteilt, die sie nicht erteilen dürfte.

In meinem Artikel über die FSC Zertifizierung habe ich schon versucht die Aufgabe der schwedischen Forstverwaltung "Skogsstyrelsen" zu verdeutlichen. Skogsstyrelsen ist eine Aufsichtsbehörde, deren Aufgabe es ist dafür zu sorgen, dass die Gesetzte und Vorschriften des Forstgesetzes eingehalten werden. Unter anderem steht im Forstgesetz unter § 18:  ...eine Genehmigung zur Abholzung darf nicht erteilt werden, wenn sie nicht mit den Interessen, welche eine wesentliche Bedeutung für den Naturschutz oder den historischen Umweltschutz haben, vereinbar ist.

 

Während der Inventur 2017 hat man eine umfangreiche Fotodokumentation erstellt. Diese Bilder solltet ihr euch wirklich anschauen, um einen Eindruck von diesem Waldgebiet zu bekommen. Es geht hier nicht um ein paar alte Bäume oder einige vom Aussterben bedrohte Pflanzen. Es geht um ein Ökosystem, das man so in Europa nur noch sehr selten findet. Und ist erst einmal  die erste Forststraße realisiert, ist der Grundstein für mehr Zuwegungen und weitere Abholzungen in der unmittelbaren  Nähe  gelegt.

 

Das Vorschaubild hat nichts mit dem Waldgebiet zu tun.

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