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Lizenzjagd auf Luchse in Schweden vom 01.März - 15.April 2018

Insgesamt dürfen in Skandinavien (Norwegen u. Schweden) in diesem Jahr 114 Luchse getötet werden.

In Schweden ist Jagdzeit  vom 1. März bis zum 15 April.

Mit der Lizenzjagd hat man eine Hintertür im Paragraphendjungel der Artenschutzverordnung  gefunden, die die Tötung von Luchsen, einer geschützte Tierart, rechtfertigen soll.

Der Luchs, wie auch der Wolf dürfen, da sie geschützt sind, (sie stehen auf Anhang A der europäischen Artenschutzverordnung) nicht bejagd werden. Und dies zu Recht! Der Bestand der Luchse in Schweden ist nicht gesichert. Die illegale Jagd auf Raubtiere in Schweden, und somit auch auf den Luchs, blüht. Die Einrichtung einer Jagdzeit durch Lizenzjagd,  von der Jägerschaft begrüßt und gerne ausgeführt, und der Schutzjagd für und durch die Samen, wird stark in die Luchsbestände eingreifen. Im Bundesland Jämtland dürfen 33 Luchse geschossen werden. Gejagt wird in acht dafür zugeteilten Jagdgebieten. Dies unter Berücksichtigung auf den jeweiligen Schaden, den einzelne Luchse in Rentierherden angerichtet haben sollen. Die geschätzte Zahl der von Luchsen getöteten Rentieren soll zwischen 10000 und 50000 liegen, nichts genaues weiß man nicht.

Schadensersatz!!!!

Der Schwedische Staat zahlt den Samen für jede Luchsverjüngung (1 Kätzin und Junge) 200.000.- Kronen (19.900.- Euro), für Luchse als Standwild pro Tier 70.000.- SEK (6900.- Euro), für vorübergehendes Vorkommen eines Luchses 35.000.- SEK (3480.- Euro). Und dies jährlich!

Vorbeugende Maßnahmen zum Schutz der Rentiere vor Raubtierüberfällen werden auch bezuschusst. Als primäre Maßnahme zum Schutz der Rentiere sieht der Samenverband die Schutzjagd. Erst in zweiter Hand werden Maßnahmen wie:  Bewachen der Rentierherden, dass Einzäunen oder die Verlegung der Rentierherden emphohlen.

 

Biologische Zusammenhänge spielen, bei der Erteilung der zu bejagenden Luchse, hierbei für die Behörden keine Rolle. Man will nur die einzelnen Interessensgruppen (Jäger, Samen, Nutztierhalter usw.) bei Laune halten und ist bereit die Lebensberechtigung für den Luchs dabei aufs Spiel zu setzen. Wenn nicht in Skandinavien, wo dann soll es noch Lebensraum für Raubtiere geben?

Sinn und Zweck der Lizenzjagd in Schweden soll sein, populationsregulierend in den Bestand der Luchse einzugreifen, um so den Bestand auf dem vom Umweltbundesamt festgelegten Niveau zu halten. Dies hat nichts mit dem natürlichen Vorkommen einer Tierart in seiner natürlichen Umgebung zu tun. Es geht hier um die Verwaltung, der noch vorkommenden "wilden Tierarten" in ihren bedingt vorkommenden "natürlichen Biotopen".

 

Ein Beispiel:

Das Bundesland Västernorrland

Das vorgegebene Verwaltungsziel des Luchsbestandes liegt hier bei 18 Verjüngungen (Kätzin mit Jungen).

Der Verwaltungsintervall, mehr oder weniger Luchse, darf zwischen 16 und 24 Verjüngungen variieren. Das Umweltbundesamt (Naturvardsverket) in Schweden hat derzeit einen Mindesbestand für jährlich 16 Verjüngungen für Västernorrland festgelegt. Die Wildverwaltungsdelegation ( ein Organ der Landesregierung) hält dagegen, möchte nur 11 Verjüngungen zulassen.

In ganzen Zahlen bedeutet dies, einen geschätzten Bestand von 120 Luchsen in Västernorrland.  10 Luchse dürfen geschossen werden, macht dann 8% des gesamten Luchsbestandes in Västernorrland.

 

Das sogenannte "Raubtiermanagement" treibt also auch in Schweden sein Unwesen. Wie kommt man nur darauf, einen wildlebenden Tierbestand verwalten, "managen" zu können. Wenn man die Wildnis verwalten/managen will, dann kann sie keine Wildnis mehr sein.

 

In den Jahren 2007 bis 2017 wurden in Schweden 916 Luchse während der Lizenzjagdzeit getötet. Die letzte Inventur des Luchsbestandes in Schweden 2016/2017 hat einen Bestand von ca. 1220 Luchsen ergeben.

 

 

 

 

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